Der Engel der Kulturen kam ins Rollen

Am 12.9.2013 um 15Uhr kam der "Engel der Kulturen" des Burscheider Künstlerpaares Carmen Dietrich und Gregor Merten ins Rollen. Das gut 150 Zentimeter hohe, stählerne Rad vereint in seinem Innenradius die jüdischen, christlichen und islamischen Symbole Davidstern, Kreuz und Halbmond miteinander. So bildet sich die Figur eines Engels ab, der als verbindendes Symbol der drei abrahamitischen Religionen gegen Fremdenfeindlichkeit und für ein friedliches Zusammenleben steht.

Seit fünf Jahren reist die Skulptur nun bereits durch ganz Deutschland und hinterließ mittlerweile in rund 50 Städten ein Zeichen. Im Jahr 2010 reisten die Künstler mit dem Engel anlässlich der Kulturhauptstädte sogar von Essen über Pécs durch verschiedene Balkanländer bis nach Istanbul. So kam die Skulptur auch nach Moers. Der Weg des Engels begann am jüdischen Friedhof. Hier trafen sich zunächst rund 60 Zuschauer, die der Rede des Schirmherrn Bürgermeister Norbert Ballhaus und der Ansprache des Rabbi Wagner folgten.

Auf dem Weg vom jüdischen Friedhof, über die katholische St. Barbara Kirche, der DITIB Moschee bis zur ev. Johanneskirche wurde der Engel mit vereinten Kräften von allen Religionsvertretern gerollt. Immer mehr Menschen schlossen sich dem Zug auf ihrem Weg an. An jeder Station erwartete die Moerser Kulturprozession ein Programm aus Reden, Gedichten, kurzen Lese- beziehungsweise Musikvorträgen, sowie der Anfertigung eines aus weißem Kieselsand bestehenden Abdrucks des Kunstwerkes.
An der letzten Station vor der ev. Kirche wurde letztendlich die bleibende Bodenintarsie verlegt. Für einen musikalischen Abschluss der Aktion sorgte das siebenköpfige, internationale Ensembles "Avram" mit einem eindrucksvollen Konzert in der Evangel. Johanneskirche.

Die Künstler sind überzeugt, dass Zeichen gegen Rassismus und Fremdenhass notwendiger denn je sind. So erklärte Carmen Dietrich bereits am Beginn der Aktion: "Wir haben die Spannungen der Religionen in diesem Land als unangenehm empfunden und wollten dagegen ein Zeichen setzen – mit einem Bild, das ein respektvolles Miteinander der Religionen symbolisieren sollte." Dieses Vorhaben ist in Moers gelungen.

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